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Politik

Die Finanzkrise der Vereinten Nationen: Guterres schlägt Alarm

António Guterres warnt vor einer drohenden Zahlungsunfähigkeit der UN. Die Finanzierungsproblematik könnte die Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen erheblich einschränken.

Maximilian Schmidt18. Juni 20262 Min. Lesezeit

Die Warnungen von António Guterres, dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, sind mittlerweile ein Dauerbrenner. In jüngster Zeit hat er erneut eindringlich auf die drohende Zahlungsunfähigkeit des größten internationalen Gremiums hingewiesen. Ich will gar nicht abstreiten, dass wir in der heutigen Zeit viele Probleme haben. Aber eine Organisation ohne finanzielle Mittel ist wie ein Schiff ohne Ruder. Man fragt sich ernsthaft, wohin die Reise noch gehen soll, wenn die UN ihre essentiellen Aufgaben nicht mehr finanzieren kann.

Die Gründe für diese Misere sind vielfältig. Zum einen sind die Mitgliedsstaaten, vor allem die großen Geberländer, nicht gerade dafür bekannt, pünktlich und in vollem Umfang ihre Beiträge zu leisten. Ein wenig wie in einer WG, wo jeder auf den anderen zeigt und sich fragt, warum die Kühlschrankfüllung trotz aller Anstrengungen schwindet. Gleichzeitig gibt es immer wieder Streitigkeiten über die Verwendung der Gelder und die Prioritätensetzung innerhalb der UN. Diese internen Machenschaften wirken wie ein Krebsgeschwür und untergraben das Vertrauen in die Organisation. Wenn selbst die Mittel zur Bekämpfung von Armut, Klimawandel und Konflikten an der zerrütteten Finanzierung scheitern, stellt sich die Frage, wofür die UN eigentlich noch steht.

Ein weiterer Aspekt, der oft übersehen wird, ist die schleichende Erosion der globalen Zusammenarbeit. Staaten neigen zunehmend dazu, unilateral zu handeln, besonders in Krisenzeiten. Das ist nicht nur ein Zeichen von Schwäche, sondern auch eine Abkehr von dem Prinzip, dass kollektive Anstrengungen notwendig sind, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Guterres selbst hat wiederholt betont, dass ohne die Unterstützung der Mitgliedsstaaten eine internationale Lösung auf der Strecke bleibt. In einer Zeit, in der globale Probleme wie der Klimawandel und Pandemien nur gemeinsam angegangen werden können, erscheinen die Schwächen der UN umso drängender.

Natürlich könnte man einwenden, dass Krisen wie diese nicht neu sind. Die UN hat in der Vergangenheit auch schwierige Zeiten überstanden, und schon oft wurde das Schicksal der Organisation als besiegelt betrachtet. Aber diese ständige Vorwarnung und das ständige Aufschieben notwendiger Reformen könnten fatale Folgen haben. Ein solches Verhalten erinnert an die Legende von der Schildkröte und dem Hasen – am Ende könnte der Hase, der zu übermütig ist, doch noch verlieren. Wenn sich die UN nicht schnell und nachhaltig reformiert, könnte diese letzte Warnung von Guterres tatsächlich die letzte sein, bevor die Organisation in der Versenkung verschwindet.

Es bleibt zu hoffen, dass die Gespräche bei der nächsten Generalversammlung nicht nur heiße Luft produzieren. Ein wenig mehr Verantwortung und Ehrgeiz seitens der Mitgliedsstaaten wäre wünschenswert. Vielleicht lernen wir eines Tages, dass das Überleben einer solchen Organisation nicht nur von den großen Reden abhängt, sondern auch von konkreten Handlungen. Wir müssen uns fragen: Was ist die UN wirklich wert, wenn sie nicht einmal in der Lage ist, sich selbst zu finanzieren?

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